Was tun, wenn es zu viel ist?
Shownotes
Tobias arbeitet als Bereichsleiter bei ver.di – und stellt aus der Distanz seiner Elternzeit fest: Fast jedes Gespräch endet mit demselben Satz. „Es ist gerade zu viel." Was steckt dahinter, und was macht eine Führungskraft damit? In dieser Folge sprechen Sebastian Klein (Neue Narrative), Elena Lange (Walk the Talk) und Frederik Fleischmann (TheDive) darüber, wie man als Führungskraft zwischen echtem Notruf und kulturellem Signal unterscheidet, warum kollektives Stöhnen ansteckend ist – und welche kleinen Interventionen die Stimmung im Team nachhaltig verändern können.
Worüber wir in dieser Folge sprechen
- Was „Es ist zu viel“ wirklich bedeutet: Statusaussage, Warnung, Bitte um Priorisierung oder echte Überlastung?
- Wann aus einer Stressphase ein Dauerzustand wird – und woran man das erkennt, bevor es zu spät ist
- Problemtrance unterbrechen: Wie Führungskräfte den Fokus im Team bewusst verschieben, ohne das Schwere wegzureden
- Frühwarnsysteme wie die Auslastungsampel – und warum sie nur funktionieren, wenn psychologische Sicherheit im Team vorhanden ist
Weiterführende Inhalte
- Wie du mit Energiemanagement Stress und Frustration vermeiden kannst: Nicht die Arbeitsmenge entscheidet darüber, ob wir erschöpfen, sondern wie wir mit unserer Energie umgehen. Ein praktischer Einstieg in bewusstes Energiemanagement für den Arbeitsalltag.
- Warum Organisationen Burn-out-Prävention machen müssen: Burn-out ist kein individuelles Versagen, sondern ein Systemphänomen. Warum Prävention Führungsaufgabe ist – und was Organisationen konkret tun können.
- Ausgabe 15: Leistung: Was bedeutet es, wirklich gut zu arbeiten? Die Ausgabe fragt, wann Leistung nährt und wann sie zehrt – und wie Organisationen Bedingungen schaffen, in denen Menschen nachhaltig wirksam sein können.
- Emotionale Kompetenz ist Teamsache: Der NN-Artikel, den Elena im Gespräch erwähnt. Er erklärt die Emotional Contagion Theory – warum sich Stimmungen im Team übertragen und wie alle dazu beitragen können, das emotionale Miteinander zu verbessern.
- Danielle Gianferante et al. – Post-stress rumination predicts HPA axis responses to repeated acute stress: Die Studie, die Frederik zitiert: Unser Gehirn brennt nicht aus, weil wir gestresst sind – sondern weil wir im Kreislauf des Grübelns gefangen bleiben.
- Nick Petrie – Forschung zu Burnout-Treibern: Der Haupttreiber von Burnout ist laut Petrie schlechte Rollenpassung bei gleichzeitig hoher Arbeitsmoral.
- Oliver Burkeman: 4000 Wochen – Das Buch, das Sebastian empfiehlt: Warum die To-do-Liste nie leer wird und warum das eigentlich befreiend ist. Auch auf Audible erhältlich.
- Martin Seligman – PERMA-Modell und „Three Good Things": Das Forschungsfeld der Positiven Psychologie, das Elena vorstellt. Fünf Dimensionen echten Wohlbefindens und eine einfache Intervention, die nachweislich wirkt.
- Rick Hanson – Hardwiring Happiness: Das Gehirn als Klettverschluss für Unangenehmes und Teflon für Angenehmes – und wie wir das aktiv verändern können.
- John Gottman – die 5:1-Regel: Fünf positive Interaktionen braucht es, um eine negative auszugleichen. Das gilt nicht nur für Ehen, sondern auch für Teams.
- Ohne Milliardäre würden wir alle schon längst viel weniger arbeiten: Sebastians Artikel darüber, warum Keynes' Prognose der 15-Stunden-Woche bis heute nicht eingetroffen ist und wer dafür verantwortlich ist.
- Innere Antreiber / Transaktionsanalyse: Der theoretische Hintergrund zu Elenas Beispiel mit dem Antreiber „Sei stark" – und warum manche Menschen nie „Rot" ankreuzen würden.
- Gallup Engagement Index Deutschland 2025: Mitarbeitende reden mehr über Stress und Burnout als je zuvor – und sind gleichzeitig so erschöpft wie nie gemessen.
So erreichst du uns
Besuche unsere Website, folge uns auf LinkedIn und Instagram und abonniere unsere Newsletter.
Du bist eine Führungskraft und hast eine Frage an uns? Schreibe sie an audio@neuenarrative.de
Transkript anzeigen
00:00:01: Mi, mi, mi.
00:00:02: Stimme ... Nein!
00:00:05: Ich hab extra keinen Omega-III-Öl genommen.
00:00:10: Das letzte ist mal nicht negativ.
00:00:11: Ja,
00:00:12: ich musste immer so aufstoßen unterdrücken und war so abgelegt
00:00:15: davon.
00:00:16: Es ist alles... Wir werden alle, wenn wir alt sind, uns darüber ärgern, dass wir so viel Geld für diesen Scheiß ausgegeben
00:00:21: haben.
00:00:22: Herzlich willkommen zu Fühlungsqualitäten dem neuen Longravity Podcast.
00:00:29: Genau.
00:00:31: Ich bin Sebastian Klein und ihr hört Fühlungskwalität.
00:00:35: Ich suche Führungskräfte, die nicht nur Antworten haben sondern auch noch Fragen.
00:00:39: Mit diesem Satz haben wir Menschen eingeladen ihre echten Führungsfragen mit uns zu teilen.
00:00:44: Eine dieser Fragen kommt heute von Tobias.
00:00:46: Tobias ist Bereichsleiter für Organisations- und Personalentwicklung bei Verdi einer der größten Gewerkschaften Deutschlands.
00:00:53: Er arbeitet dort selbst als Führerskraft und begleitet aber auch Teams in Entwicklungsprozessen.
00:00:58: Jetzt hat er während seiner Elternzeit was bemerkt nämlich immer wenn er Kontakt hatte aus der Organisation, dann kam die gleiche Aussage.
00:01:08: Nämlich ist es gerade zu
00:01:10: viel.".
00:01:21: Also diesen Satz hört Tobias wie wahrscheinlich viele von uns seit Jahren immer häufiger und er fragt sich was steckt dahinter?
00:01:28: Was steckt eigentlich hinter diesem
00:01:29: Satz?".
00:01:31: Was macht das mit der Teamkultur?
00:01:38: Wie kann ich als Führungskraft damit umgehen, muss sich was tun.
00:01:41: Ja und genau darüber sprechen wir heute in einer neuen Folge von Fühlungsqualitäten.
00:01:53: also Tobias schreibt uns aus seiner Elternzeit.
00:01:55: er sagt seit er ein bisschen raus ist aus dem Tagesgeschäft sieht er es umso klarer.
00:01:59: in fast jedem Check-in in jedem informellen Gespräch mit Kolleginnen und Kollegen taucht dieser Satz auf Es ist gerade viel oder auch es ist zuviel.
00:02:08: Und was ihn umtreibt?
00:02:09: Er weiß nicht genau was er damit anfangen soll.
00:02:11: Ist das jetzt ein echter Notruf?
00:02:13: Ist es kokettieren, ist es einfach der Slang geworden in dem wir unsere Arbeit reden.
00:02:17: Was macht das mit der Stimmung im Team und erstellt uns eine Frage auf drei Ebenen.
00:02:23: Erstens wie gehe ich als Führungskraft mit dieser Stimmung umdichter wahrnehme.
00:02:26: Zweitens was macht sie eigentlich mit dem Team?
00:02:29: und drittens wie erkenne ich wann aus... Es ist gerade viel.
00:02:32: dann doch ein Dauerzustand wird und einen zuviel Und darüber spreche ich heute wieder mit Elena Lange und Friedrich Fleischmann.
00:02:40: Hallo, ich freue mich wieder
00:02:43: dabei zu sein.
00:02:44: Ich bin betroffen auf ganz vielen Ebenen.
00:02:51: Das Problem und die Frage dahinter Ja fangen wir doch mal an diesen Satz auseinanderzunehmen.
00:02:59: es ist gerade viel.
00:03:00: was hört ihr denn wenn jemand das zu euch sagt?
00:03:03: ja ich höre ziemlich viele Dinge gleichzeitig gab da können wirklich viele Sachen drin stecken bei einer Person.
00:03:09: oder das naheliegende ist vielleicht so die Arbeitslast.
00:03:13: Und dann ist aber auch die Frage, was dahinter der Arbeitslast.
00:03:16: Ist es vielleicht gerade eine Überforderung und so eine Art Hilferuf?
00:03:19: Oder ist es eher ein Warnen, dass die Antwort ein bisschen länger dauern oder dass die Qualität sinkt?
00:03:25: Bei jemand anderem hat das gar nichts mit dem Arbeitslast zu tun, sondern es ist vielleicht die politisch globale Weltlage... ...oder es sind persönliche Themen, die auf die Arbeit drücken und wieder ne andere Person Das vielleicht zum Ausdruck, um zu sagen ich bin voll im Flow.
00:03:40: Ich habe gerade richtig viel zu tun und es ist eigentlich meine Art zu arbeiten.
00:03:44: Es ist sicherlich zehrend aber ich genieße das auch.
00:03:48: Deswegen finde ich ganz wichtig nicht reflexhaft auf die Arbeitsars zu fokussieren sondern erst mal besser zu verstehen worauf bezieht sich die Aussage eigentlich
00:03:57: Genau.
00:03:57: also es können verschiedene Auslöser sein wie du gesagt hast oder eben auch die Intention.
00:04:03: Manchmal möchte ich einfach nur gehört werden dass Gerade echt viel Stämme und dann geht es irgendwie um Anerkennung und Wertschätzung.
00:04:10: Und manchmal steckt hinter dem Satz vermutlich auch eine echte Warnung, vielleicht auch die Aussage erwartet gerade nicht so viel von mir oder auch ne Botschaft an die Führungskraft hilft mir mal zu priorisieren.
00:04:25: Tobias hat ja noch was Interessantes gesagt das dieser Satz womöglich fast schon zum guten Ton gehört.
00:04:33: Also wer dann zum Beispiel anders sagt, auch mir geht es eigentlich gerade super.
00:04:36: Der löst dann fast schon Irritation aus vielleicht in so einem Umfeld und mich hat das sehr erinnert an mein allererstes Praktikum dass ich mal gemacht habe mit Anfang zwanzig da bin ich in so einer One-Man Unternehmensberatung gelandet und meinen damaliger Chef.
00:04:49: der hat eigentlich in meiner Wahrnehmung den ganzen Tag damit verbracht anderen Leuten zu erzählen wie wahnsinnig busy er sei.
00:04:55: und obwohl er gar nicht so wahnsinnige viel zu tun hatte mir schien das irgendwie so zu seinem Selbstbild zu gehören, einen schwer beschäftigter Mann zu sein.
00:05:03: Und es war eben wichtig dass alle das mitbekommen und im Ergebnis hatte ich den Eindruck weil er den ganzen Tag damit verbracht hat anderen zu erzählen wie busy er sei musste ja dann auch am Abend immer lange in Büro bleiben hatte wieder neues Futter um am nächsten tag anderen Leuten zu erzählten dass er wahnsinnig busy sei usw.
00:05:16: und sofort und so extrem ist es hier hoffentlich nicht.
00:05:19: aber ich glaube ein bisschen spielt dieses Busy sein als was Positives an vielen Arbeitsplätzen eine Rolle.
00:05:25: oder wie wie lest ihr das?
00:05:27: Auf jeden Fall, also es gibt glaube ich viele Arbeitskontexte in denen beschäftigt seien mit Wert gleichgesetzt wird.
00:05:32: Ich habe mich jetzt in der Vorbereitung zu dieser Folge auch mit einer Kundin unterhalten die einem DAX-Konzern eine Erführungsposition ist und sie hat gesagt In unserer Kultur werden immer noch diejenigen gefeiert die viel zu tun haben und trotzdem stark und fit sind Die viel schaffen obwohl es eigentlich fast unmenschlich ist.
00:05:52: Wir leben weiterhin in einer Leistungskultur.
00:05:54: Wer leistet das wertvoll?
00:05:55: Aus diesem Glaubenssatz heraus macht es dann auch Sinn, darauf hinzuweisen dass man gerade viel zu tun hat und ich finde so dieser Glauben Satz der ist an der Stelle ganz entscheidend.
00:06:05: Dann ist es vielleicht gar nicht so sehr ein Notruf sondern auch eher so ein kulturelles Signal hey ist gerade viel los.
00:06:10: Ich bin wichtig!
00:06:11: Ich zieh da mein Wert draus.
00:06:13: Ja und ich kenne das aus der Selbstständigkeit.
00:06:15: Ich hatte jetzt einen Q-Eins wirklich sehr viel weniger zu tun aufgrund der wirtschaftlichen Situation und habe auch gemerkt, dass mir der Satz fast ein bisschen fehlt.
00:06:25: Also das ist so.
00:06:26: zum Smalltalk dazugehört ja und nächste Woche fahre ich dahin und es ist viel!
00:06:31: Und das nicht mehr sagen zu können war schon fast schmerzhaft.
00:06:37: Zum einen weil mir der Job einfach so Spaß macht aber auch ja weil ich irgendwie produktiv sein will... Das war ein komisches Gefühl.
00:06:46: Deswegen stückweit kann ich das auch verstehen, dass man das in einem Organisationskontext aussagt um vielleicht wirklich Wertschätzung und Anerkennung zu bekommen.
00:06:55: Wir nennen den Podcast hier ja nicht umsonst Fühlungsqualitäten.
00:06:59: dann sollten wir auf jeden Fall das Ernst nehmen.
00:07:01: dieses Thema überlasst uns anschauen.
00:07:03: mich hat da eine Studie von Daniel Gianferante inspiriert die gesagt hat dass unser Gehirn nicht deswegen ausbrennt weil wir gestresst sind sondern quasi gefangen sind in einem Kreislauf des Grübelns.
00:07:16: Der Körper kann sich nämlich eigentlich von Adrenalin relativ schnell erholen, aber nicht von diesen mentalen Teufelskreisen wo wir dieselben Gedanken die selben Zukunftsprojektionen dieselben.
00:07:28: was wäre wenn Spiele immer immer wieder spielen?
00:07:31: Und deswegen ist Pause wirklich, wirklich kein Luxus.
00:07:34: Sondern neurobiologisch notwendig.
00:07:36: und das ist vielleicht auch das was sich über die fünfzehn Jahre ein Stück weit geändert hat –was der Tobias anspricht– dass wir inzwischen einfach so viele Dinge haben, die auf uns einprasseln.
00:07:45: man greift ständig an's Handy und lässt sich da nochmal ablenken und hat hier noch mal einen Input, dass wir aus diesem Teufelskreis des Nachdenkens gar nicht so richtig rauskommen.
00:07:55: Und da dieses Nervensystem zu regulieren, sich Pausen zu gönnen.
00:07:59: Bewusst in den Körper zu gehen und die Atmung wieder ins Hier-und-Jetzt sind dann ganz wichtige Einflussfaktoren um aus diesem Teufelskreis rauszukommen.
00:08:12: Unsere Ideen – Tipps & Tools Ich glaube das Problem ist es jetzt langsam klar und ich versuche es nochmal mit meiner eigenen Arbeitserfahrung zu illustrieren oder zu reflektieren Denn also bei mir ist es ja auch so, dass ich grundsätzlich immer zu viel zu tun habe und nie hinterher komme.
00:08:30: Also am Ende der Woche hab' ich immer das Gefühl, es ist wahnsinnig viel liegen geblieben Und es gibt immer viel mehr Dinge die ich eigentlich denke machen zu müssen, machen zu wollen, machen können als was sich dann wirklich in eine Woche reinbringe.
00:08:43: Hätte ich jetzt nicht einen Umgang gefunden das einfach zu akzeptieren und damit umzugehen, dass meine Arbeitsenergie pro Woche endlich ist und nichts zu dem passt, was sie eigentlich gerne schaffen würde Dann würde ich ganz sicherständig im Burnout landen.
00:08:55: Ehrlich gesagt, die meisten Menschen mit denen ich arbeite geht das auch so.
00:08:58: Also sie haben auch alle das gleiche Problem immer zu viel zu tun, zu wenig Zeit.
00:09:02: und jetzt kann man natürlich sagen gut ist ja einfach eine Priorisierungsfrage.
00:09:07: aber ganz so einfach ist es vielleicht nicht sondern die Frage ist hier eher jetzt.
00:09:10: also wie können wir als Team gut damit umgehen?
00:09:14: Das wird einfach akzeptieren.
00:09:15: Es wird immer mehr zu tun sein.
00:09:17: Es kommen ja auch immer neue Aufgaben um.
00:09:18: Arbeit ist ja nicht so dass man die macht dann ist die fertig sondern Arbeit kreiert weitere Arbeit usw.. können wir damit als Team gut umgehen?
00:09:26: und das hat natürlich verschiedene Ebenen.
00:09:30: Ich würde vorschlagen, wir fangen mal auf der individuellen Hand.
00:09:34: Ja, das finde ich sehr gut!
00:09:35: Das ist so der direkteste Einflussbereich den man immer beeinflussen kann und da steckt ja auch unglaublich viel Kraft drin.
00:09:41: Sebastian, du hast dir den schönen Newsletter für ein neues Arbeiten, den ich jedem sehr ans Herz legen möchte.
00:09:46: Und ich weiß noch dass wir vor Jahren eigentlich mal darüber gesprochen hatten und da hattest du sowas gesagt wie Ich will eigentlich immer mal einen Newsletter dazu schreiben.
00:09:55: über dieses besondere Gefühl nach der Weekly Review.
00:09:58: also die Weekly Review ist dieses wöchentliche Einmal durchgehen Durch alle Systeme und alle E-Mails zu lesen oder zumindest anzuschauen und ins Arbeitssystem zu packen usw.
00:10:09: Und eben aus fünfzehn verschiedenen Systemen, die auf einen Einbrasseln in so ein System, die Aufgaben zu überführen.
00:10:15: Das heißt nicht, die Dinge alle zu erledigen sondern sie vor allem zu sortieren.
00:10:18: und dieses besondere Gefühl was du ansprichst das kenne ich auch.
00:10:21: Das hat für mich fast schon eine meditative Erfahrung danach.
00:10:26: So eine tiefe innere Grundruhe.
00:10:28: und was das Besondere ist man hat ja eigentlich gar nichts an der tatsächlichen Arbeitslast geändert, weil es ist ja eben nicht der Moment um Dinge abzuarbeiten.
00:10:35: Sondern es ist der Moment, um die Dinge zu sortieren und ich mache's immer so lange nicht bis der Schmerz groß genug ist und dann mach' ichs wieder und denke, ah das sollte ich wirklich jede Woche
00:10:43: machen.".
00:10:44: Und weißt du wie wir in diese Routine gekommen sind?
00:10:46: Wir haben das nämlich mehr oder weniger gleichzeitig entdeckt?
00:10:49: Ne, sag mal weiß ich nicht mehr!
00:10:50: Was?!
00:10:51: Frechheit!
00:10:52: Durch Sebastian?
00:10:54: Ja klar durch Sebastian inspiriert.
00:10:56: und dann haben wir festgestellt dass man dieses Weekly Review gerne es gibt, weil's immer Sachen gibt die noch wichtiger und dringender sind.
00:11:05: Und dann hatten wir ein Meeting über drei Monate, haben jetzt zusammen eingecheckt und das zusammengemacht.
00:11:10: Ich bin jetzt ein bisschen enttäuscht, dass
00:11:11: du das nicht mehr walzen solltest.
00:11:12: Du mein Gehirn ist ein Schweizer Käse!
00:11:14: Das sollten wir unbedingt wieder machen, gleich wieder aufleben lassen.
00:11:16: Deswegen brauche ich die Weekly Review so sehr wegen diesem Erinnerungsvermögen.
00:11:21: Ich mach' das tatsächlich sogar jeden Tag inzwischen.
00:11:22: also ich mache am Anfang der Woche eine Weekly Review und dann jeden Morgen ne kurze Daily Review einfach um in den Tag zu starten mit dem Gefühl, ich habe mir wirklich genau überlegt was sind so die wichtigsten paar Sachen, die ich machen will.
00:11:32: Weil anders... also ich hab' so ein Zeitproblem gerade dass sich das anders nicht hinbekommen mich einigermaßen gut mit meiner Arbeit zu fühlen und.. Was mir da am meisten geholfen hat ist das Buch Four Thousand Weeks von Oliver Bergmann Das ich auch echt sehr empfehlen würde.
00:11:47: Das verlinken wir auch.
00:11:49: Das hat den schönen Untertitel Time Management for Mortals Also dieses akzeptieren, dass man einfach sterblich und endlich isst damit jetzt umgehen.
00:11:57: So wie setze ich diese paar tausend Wochen, die ich habe eigentlich gut ein?
00:12:02: Aber Tobias wollte ja gar nicht so sehr auf dieser individuellen Ebene ansetzen.
00:12:07: Es ging mir auch um die Stimmung im Team.
00:12:10: also lasst es doch den Aspekt jetzt nochmals nächstes beleuchten.
00:12:14: Ja gerne da kann ich direkt eine Erfahrung teilen die ich vor gar nicht solange Zeit gemacht hab.
00:12:19: letztens habe ich ne Strategieklausur moderiert.
00:12:22: Das war eine wirklich schwierige Zeit für die Organisation.
00:12:26: Die wirtschaftliche Aussicht war trübe, es mussten sogar schon Kündigungen ausgesprochen werden und das sagt so eine Schwere im Raum.
00:12:32: Und das war ne zweitägige Klausur.
00:12:34: und in der ersten Tag da war die Schwere auch da und es war spürbar und man hat auf die Zahlen geguckt.
00:12:39: Man hat einfach gemerkt, das ist gerade nicht ganz leicht.
00:12:44: Deswegen ist es schon wichtig sein zu lassen.
00:12:46: und dann am zweiten Tag habe ich so beim Einstieg in den Tag mal gefragt, auf welche strategischen Entscheidungen aus der Vergangenheit seid ihr denn stolz?
00:12:54: Und seid froh das wir sie gemacht haben.
00:12:56: Dann gab es erstmal eine Stille, ein kleines spöttisches Lachen weil es war irgendwie gar nicht die Stimmung im Raum Und da habe ich das ein bisschen ausgehalten.
00:13:04: und dann kamen doch allerlei von allen Ecken und Enden Sachen, die in der Vergangenheit gemacht wurden.
00:13:09: Die sich ausgezahlt haben, von denen die Organisation jetzt profitiert usw.
00:13:14: Das war ein richtig schöner Moment wo man gemerkt hat, dass die Stimmung im Raum ändert sich und der Fokus ist geschiftet von der Einrichtung in die andere.
00:13:23: Ja was du damit eigentlich gemacht hast es so?
00:13:25: ein bewusstes Unterbrechen dieser Problem-Trans.
00:13:29: Ich glaube, böse Zungen würden sagen das ist dann so verordnete Positivität.
00:13:34: Aber es geht... Es ist ja eine Gleichzeitigkeit einfach den Scheinwerfer von dieser Schwere auf und was ist trotzdem noch da?
00:13:40: Und nicht aber!
00:13:41: Ist doch eigentlich alles gut sondern und wir haben eben auch diese positiven Aspekte bei uns im Team und das erinnert mich total an den Ansatz der positiven Psychologie die das vielleicht schon mal gehört haben, aber nicht so genau einordnen können.
00:13:55: Weil auch in Workshops begegnet mir das sehr oft, dass immer wieder gesagt wird ja das ist dann so verordnet einfach nur positiv denken und dann wird alles gut oder es hat einen Ratgeber-Charakter.
00:14:06: Und da muss ich wirklich sagen, es ist wissenschaftlich gut belegt, dass die Ansätze der positiven Psychologie unter gewissen Voraussetzungen wirklich Menschen helfen, einen Leben zu führen wo sie sich lebendiger fühlen.
00:14:21: Wo sie resilienter sind und einfach besser durch Krisen durchkommen.
00:14:26: Und der Martin Seligmann hat sich auch sehr intensiv mit dem Thema Führung auseinander gesetzt und ein Modell entwickelt.
00:14:34: das nennt sich Permalied.
00:14:36: Das ist eine Abkürzung für Positive Emotions Engagement Relationships Meaning oder wie wir sagen würden Purpose und Achievement.
00:14:47: Also nochmal auf Deutsch positive Gefühle, echtes Einsatz erleben.
00:14:53: Dann gute Beziehungen, Sinn und das Gefühl etwas zu erreichen, also Achievement Und ja eine Intervention die auf dieses erste P-Einzahl, die positiven Emotionen Die kennen sicherlich viele Hörer und Hörerin auch Dieses Dankbarkeits-Tagebuch sich am Ende des Tages einfach über drei Dinge bewusst zu werden, die eben auch wenn der Tag schwer und anstrengend.
00:15:21: Und es war wieder alles zu viel doch positiv waren.
00:15:24: vielleicht hatte ich heute mal keine Rückenschmerzen und bin dafür dankbar oder es gab einfach eine schöne Situation mit einer fremden Person wo man sich irgendwie kurz angelächelt hat.
00:15:35: das geht wirklich nicht darum dass es große dinge sind und das lässt sich auf Teams übertragen so dass ich da als Führungskraft solche Momente schaffe wie Frederik sie eben beschrieben hat.
00:15:45: und einfach eine Fragestelle letzte Woche, wo habt ihr euch mal besonders wirksam gefühlt?
00:15:51: Und ich glaube die Gefahr ist dass man das dogmatisch zu häufig macht.
00:15:56: Das es dann sich abnutzt und eben auch nicht mehr diesen positiven Effekt hat.
00:16:01: Das heißt, dass vielleicht in Zeiten zu tun, wo's nicht gerade die Krisenstimmung ist, damit man nicht das Gefühl hat ah das macht die Führungskraft jetzt ja nur um uns davon abzulenken sondern dass das alle paar Wochen auch mal Teil der Routine.
00:16:14: Wofür sind wir dankbar?
00:16:15: Wo möchten wir uns Wertschätzung
00:16:16: ausdrücken?".
00:16:19: Wir müssen weitermachen.
00:16:20: Ich würde so gerne die Geschichte einweben, wir können ja mal gucken ob sie am Ende noch überlebt.
00:16:24: aber es gibt doch diese wunderschöne Fabel von dem Enkelsohn der bei seinem Großvater auf dem Schoß sitzt und der Großväter sagt dem Enkel in meinem Herzen leben zwei oder in mir leben zwei Wölfe.
00:16:37: der eine ist rachsüchtig böse und gemein und der andere ist fürsorglich liebevoll wertschätzend.
00:16:42: Und dann fragt der Enkel welcher Wolf gewinnt Opa?
00:16:45: Und der Opa sagt Der den ich fütte.
00:16:48: Und das finde ich kommt auch da, weil bei dem raus was du gerade erzählt hast Elena.
00:16:52: Also worauf richten wir die Aufmerksamkeit?
00:16:54: und es gibt genug zu feiern?
00:16:56: Den Wolf können wir auch mal füttern.
00:16:59: Ich habe kürzlich im Buch gelesen von Kathrin Fischer achtsam geht die Welt zugrunde... ...und da also.
00:17:07: ich war mir auch als Gast in ihrem Podcasts und hab erst gedacht dass sich ihrer These sehr widerspreche und habe dann gemerkt dass ich sie teile.
00:17:14: Deswegen ist das Leuchtenbuch sehr polarisiert.
00:17:16: Man muss genauer hinschauen, weil ihre These ist die Achtsamkeit und diese Positivpsychologie und alles was da mit einem hergeht eigentlich Teil so einer Ideologie ist, die Menschen einfach still und gefolgsam und funktional machen soll in dem System, dass eigentlich verändert werden sollte.
00:17:34: Und es ändert nichts daran, dass Achtsamtkeit und Positivenpsychologien tolle Tools sind, die man wunderbar für Sachen einsetzen kann.
00:17:41: Nur sie sagt, wenn es Teil einer Ideologie ist die uns dahin bringen soll die Probleme immer im Innen zu suchen.
00:17:46: Da dass wir sagen okay wir sind vielleicht in einem total toxischen Job haben eine ganz schreckliche Führungskraft und führen da ein Dankbarkeits-Tagebuch und gönnen uns morgen irgendwie noch einen Joghitee weil wir denken wir sind das Problem und nicht die Führungskraft so dann läuft was schief.
00:18:00: Ich glaube da sind wir uns aber auch einig dass das gute Tools sind die auch verwendet werden sollten Aber nicht als Grund, um dann nichts im Außen an den Strukturen zu ändern oder auch eine schlechte Führungskraft oder unangenehmes Verhalten zu kritisieren und verändern zu wollen.
00:18:18: Und wir werden den Kapitalismus jetzt in dieser Folge wahrscheinlich nicht reformieren aber vielleicht ja dann in einer anderen Folge.
00:18:23: Folge hundert.
00:18:25: Lass uns doch noch mal zu diesem Achtzeinteizthema noch einen bisschen auch noch diese Forschungslage reinbringen.
00:18:31: Ich würde den Neurowissenschaftler Rick Hansen noch mit reinbringen wollen, der mit seinem Buch Hard-Wrying Happiness ein ganz schönes Bild reingebracht hat und zwar hat er gesagt Das Gehirn funktioniert wie Klettverschluss für unangenehme Erfahrungen und wie Teflon für angenehmer Erfahrungen.
00:18:47: Er empfiehlt deswegen die angenehmen Erfahrung, ganz bewusst wahrzunehmen zu verstärken nacheinander noch drüber nachzudenken.
00:18:55: Und damit wir sie wirklich intensiv wahrnehmen weil die unangenen Erfahrungen sind ganz automatisch oder sind wir evolutionär so geprägt dass die auf uns einprasseln und wir darüber nachdenken.
00:19:04: Und für Leute, die Zahlen lieben würde ich nochmal einwerfen.
00:19:07: Dass es auch die sogenannte fünf zu eins Regel gibt, die da sehr mit verbunden ist.
00:19:13: also dass wir fünf positive Interaktionen brauchen um eine negative Auszugleichen.
00:19:19: und das gilt im Team, das gilt in der Partnerschaft ganz allgemein und das finde schon muss man sich immer wieder auf der Zunge zergehen lassen gerade wenn's gerade viel ist dann ist das besonders schwer.
00:19:34: Und diese fünf zu eins Regel wurde auch entwickelt in einem Experiment.
00:19:39: Ich glaube, es ist schon dreißigvierzig Jahre her wo der Forscher John Gottman in so einem Love Lab Paare zwei Wochen lang beobachtet hat und dann mit einer Präzision von neunzig Prozent vorhersagen konnte ob sie langfristig zusammenbleiben.
00:19:54: und da kam genau das zum Tragen dass ich eben Fünf Interaktionen gab die positiv waren bevor dann gemeckert wurde.
00:20:02: Wir könnten jetzt natürlich uns darüber unterhalten, was ein Love Lab wohl ist.
00:20:05: Das würde mich eigentlich interessieren aber...
00:20:07: Fühlungsqualitäten herzlich willkommen im Love Lab!
00:20:11: Der Ökonom John Maynard Keynes hat ja vor so ganz grob hundert Jahren mal vorher gesagt dass wir heutzutage in nur fünfzehn Stunden die Woche arbeiten müssten um den Wohlstand zu nehmen, den wir jetzt haben.
00:20:24: und Die Frage ist ja schon, das was wir hier sehen jetzt hat Tobias gesagt in seiner Firma ist vielleicht der Arbeitsblastung gar nicht unbedingt mehr geworden.
00:20:33: aber ich würde schon behaupten dass sich alles sehr beschleunigt hat und die meisten Leuten mehr Arbeitslast tragen als vielleicht noch vor vor dreißig vierzig Jahren.
00:20:43: Und diese Prognose mit den fünfzehn Stunden könnte falscher nicht gewesen sein.
00:20:47: Habt ihr eine Idee woran es liegt?
00:20:49: Ja Die individuelle und die kulturelle Ebene schon so ein bisschen angeguckt ist, das sind halt die strukturelle Ebenen.
00:20:55: Dass die meisten Organisationen so gebaut sind dass die Arbeit prinzipiell unbegrenzt wächst bei begrenztem Personal Und das ist sicherlich in der Organisation von Tobias genauso und ich finde es dann ehrlich gesagt entlastend sich dessen bewusst zu werden Und dass dieser Druck des Ständige nicht genug, ich muss mehr machen.
00:21:16: Dass das eben nicht individuell selbst gemacht ist sondern ein Symptom des Systemes, des kapitalistischen Systems, des organisationalen Systems der Strukturen in denen wir arbeiten.
00:21:28: Wir machen es uns zumindest leichter wenn wir uns dessen bewusst werden und nicht noch zusätzlich schuld auf uns aufladen und denken wir wären allein dafür verantwortlich oder auch alleine dafür verantwürdig ist zu lösen.
00:21:39: Und wer verantwortliche dafür sucht, habe ich zumindest einen kleinen Tipp oder ein Spoiler aus meinem Artikel.
00:21:45: Der Canes hat nämlich nicht vorher gesehen dass es heutzutage Menschen gibt die so reich sind wie wir's aber heute sehen bei der Milliardärs Klasse.
00:21:52: also er hat nicht vorhergesehen das Vermögen so ungleich verteilt sein wird dass einige wenige diese ganzen Produktivitätsgewinne einfach immer mehr in die eigene Taschen stecken.
00:22:02: weil auch wenn eine Firma prinzipiell die Menge der Arbeit immer weiter erhöht, könntest du als normale Angestellter ja immer sagen ich arbeite trotzdem dann nur Teilzeit.
00:22:09: Aber der Fakt ist ja dass die meisten Leute sich das nicht leisten können weil eben das ganze Vermögen sehr stark konzentriert ist.
00:22:16: Das heißt wer strukturell was ändern will an dieser Tatsache meiner Meinung nach sollte es sich für faire Steuereinsätze.
00:22:32: zurück zu Tobias.
00:22:33: Der hat ja eine Frage gestellt die mich besonders beschäftigt hat nämlich wann dieses es ist gerade viel kippt in ein Es ist immer zu viel.
00:22:42: also woran eher als Jüngskraft oder alle das merken können und wie man das auch unterbrechen kann, wenn man das verhindern möchte.
00:22:51: Habt ihr dazu Gedanken?
00:22:53: Wir haben ganz einfach eine Auslastungsampel eingeführt.
00:22:56: Die hat fünf Stufen, wir treffen uns jede Woche einmal zu so einem gemeinsamen Team-Meeting und nach dem Check in gibt als erstes jeder Person die gefühlte Auslastung an.
00:23:07: das geht von unter ausgelastet bis zu.
00:23:10: viele wichtige Dinge bleiben liegen.
00:23:11: dazwischen sind noch vier stufen und was ich wirklich wirklich mag daran ist dass man einfach sieht Auslastung in Wellen kommt.
00:23:19: Es gibt Phasen, in denen sind mehr oder weniger alle bei grün und dann gibt es wieder Wochen da sind mehr der wenige alle bei gelb oder bei rot und das macht's für mich ein bisschen rationaler ist ich komme ein bisschen raus aus diesem aus diesem messes immer zu viel hinzu.
00:23:34: okay Ich bin gerade in einer Phase in der es viel ist.
00:23:37: Und eine Sache die mich interessiert fredderik also zieht ihr auch Schlüsse?
00:23:42: Also macht ihr das einfach nur um die stimmung sichtbar zu machen oder Schlüsse daraus.
00:23:49: Also der erste Schluss ist, den jeder für sich persönlich machen kann sozusagen diese Reflektion.
00:23:54: und wenn wir merken da sind Menschen die gerade rot angekreuzt haben dann gucken wir kurz.
00:24:00: also pausieren wir sozusagen kurz fragen die Person brauchst du grade irgendwas können wir unterstützen?
00:24:05: Wir fragen auch möchtest du das ganze Meeting dabei sein oder eine dreiviertel Stunde früher rausgehen.
00:24:11: Dann ziehen wir die Themen, die diese Person betreffen vor und räumen so dieser Personen forty-fünf Minuten frei.
00:24:17: also es ist schon richtig ernst gemeint und ohnehin ist die Teilnahme den Meetings freiwillig.
00:24:24: das ist schon in dem Vertrauensverhältnis.
00:24:26: indem wir miteinander arbeiten nehmen wir es wirklich ernst und ziehen auch entsprechende Schlüsse daraus.
00:24:32: ja ich sehe aber auch die Gefahr bei so einer Ampel wenn man ausgeprägte Leistungskultur hat, dass man dann auch so Leistungsträger innen hat die ja rot einfach nicht ankreuzen würden.
00:24:46: Weil sie niemandem zur Last fallen wollen und weil sie vielleicht auch so wie Tobias das er am Anfang beschrieben hat Ja muss ja!
00:24:54: Und ich erinnere mich an einen Workshop wo wir den sogenannten Antreibertest durchgeführt haben.
00:25:00: So verschiedene Antreiber einer davon ist sei stark Die Person hatte einen ausgeprägten Sei-Starkantreiber und alle anderen im Team näher Perfektionismus.
00:25:10: Und mache es allen recht, dann haben wir so ein bisschen darüber gesprochen wie sich das denn im Alltag zeigt?
00:25:17: Und er hat gesagt ihr fragt mich häufiger mal ob ihr mir den Kaffee mitbringen sollt!
00:25:22: Ich würde da nie ja sagen ihr müsst mir den kaffe einfach hinstellen.
00:25:26: Das war für mich so eindrücklich und ich glaube für die Anderen in dem Team eben auch.
00:25:32: und ich die Ampel auf rot schalten.
00:25:37: Ja, Achtung mit der Ampel, bedacht mit der ampel.
00:25:39: sie ist wirklich kein kalibriertes Messinstrument.
00:25:41: das ist wirklich eher so eine Art Gesprächsöffner und funktioniert sicherlich auch in manchen Teams besser als in anderen.
00:25:48: Was wäre denn jetzt aus eurer Sicht ein realistischer erster Schritt für jemanden der diese Folge hört?
00:25:55: Und dann ja in sein aller nächstes Team-Meeting geht was könnte die Person konkret machen?
00:26:02: Also, wir sind ja alle drei große Fans vom Weekly Review.
00:26:05: Das haben wir eben schon zum Ausdruck gebracht und ich hab als ich Selbstführungskraft war neben dem ganzen Sortieren von Aufgaben auch am Ende so einen Teil gehabt wo ich einfach reflektiert habe.
00:26:18: und eine Frage die ich da hatte ist wem möchte ich im Team nochmal Danke sagen?
00:26:25: weil das, weil ich gemerkt habe dass es einfach am Arbeitsalltag sehr schnell untergeht Und hatten dann auch in unserer Meeting-Agenda so ein Punkt Feiern und Bedauern, also um da zum Ausdruck zu bringen.
00:26:37: Das ist jetzt nicht so eine verschriebene Positivität.
00:26:40: aber um bei den Leuten so einen Anker zu haben hier kann ich noch mal Sachen einbringen die vielleicht gut gelaufen sind.
00:26:47: Ich habe Reagly Review gemacht, dann gedacht das kann ich ja auf unsere Agenda setzen bei Feiern Und wir haben dann in unserem Team festgestellt, dass es wirklich schön war diese Dinge auch voneinander zu wissen und haben dann weil unsere Organisationen drei verschiedenen Ländern waren Spanien UK und Deutschland den Thank You Gracias Danke Channel aufgemacht wo dann auch von den verschiedensten Teams Dinge geteilt wurden die einfach gut gelaufen sind.
00:27:17: Das hatte auch den schönen Effekt das man einfach noch mehr wusste, es hat einfach zu Transparenz geführt und es hatte auch wieder diesen Ansteckungseffekt das jemand erinnert wurde.
00:27:28: Ah jetzt hat Frederik das gepostet ich könnte ja auch noch mal das schreiben das war diese Woche auch noch gut und es hat sich wirklich nicht so gezwungen angefühlt sondern alle haben das als eine schöne Praxis empfunden und das wäre ein total einfacher nächster Schritt den man vielleicht gehen könnte.
00:27:46: Bei uns in der Organisation hatten wir lange und haben ihn immer noch den Kudos-Channel.
00:27:49: Und haben dann festgestellt, dass da ziemlich viel von dieser klassisch leistungsorientierten Wertschätzung rüber kam.
00:27:57: Deswegen gibt es noch einen zweiten Kanal – Den Schöne Ding Channel!
00:28:01: Da sind dann noch ein bisschen andere Sachen, die einfach worüber man sich freut, aber jetzt nicht nur diese Leistungsmaximierung honorieren sondern wo einfach schöne Sachen passiert sind.
00:28:09: Das klingt banal vielleicht, aber das ist am Ende doch wirklich eine ziemlich wirksame Intervention.
00:28:22: Ja, Leute wir sind schon wieder am Ende der Folge.
00:28:25: Lass uns doch noch mal drauf gucken was nehmen wir mit?
00:28:30: Also ich nehme mit.
00:28:32: als erstes und wichtigstes wie immer erstmal verstehen dann reagieren also nur weil jemand sagt das ist viel oder zuviel man weiß nicht was es bedeutet und dass es von Person zu Person unterschiedlich.
00:28:44: jeder meint damit vielleicht etwas anderes.
00:28:46: Dann haben wir die Auslastungsampel.
00:28:48: uns angeguckt finde ich ein sehr ob man eine Ampel macht oder irgendwie anders.
00:28:51: aber diese Abfrage im Team zu installieren, finde ich ist ein sehr guter Tipp.
00:28:59: Die Problem-Trans unterbrechen Elena du hast es so schön genannt.
00:29:03: also mal zu gucken wenn wir wirklich einen Stimmungsproblem haben fallen uns Interventionen ein um eher mal auf die Sachen zu gucken die gut funktioniert haben ohne jetzt daraus eine verschriebene oder Toxic Positivity zu machen.
00:29:18: aber wenn wir das Gefühl haben dass einfach wirklich ein Stimmungsthema finden sich einfache Tricks um auch mal woanders hin zu gucken, dann haben wir darauf geguckt.
00:29:29: Systembewusstsein statt Selbstgeistelung.
00:29:31: Also vielleicht ist das Problem wirklich das System und ich sollte das Problem nicht in mir suchen zwangsläufig auch wenn ich vielleicht nach Lösungen suche die selber umsetzen kann sondern mich schon auf fragen was es vielleicht im Außen ein Problem.
00:29:45: also haben wir wirklich einfach so viel Arbeit irgendwas mit der Führung nicht so wie sein sollte pass ich vielleicht nicht in dieses Team usw.
00:29:54: Und das ist wahrscheinlich so der häufigste Tipp, den wir geben Sprache beobachten.
00:29:59: Also im Meeting hin zu gucken wie da gesprochen wird ob wenn neue Aufgaben rein purzeln dann immer die Reaktion ist machen wir noch oder können wir auch mal sagen Wir lassen es weg weil der Priorisierung ist immer so finde ich so einfach gesagt.
00:30:15: aber Riosierung heißt ja auch dass man Sprache dafür hat zu sagen nein das machen wir nicht wir haben schon genug.
00:30:20: und Wenn wir das machen was fällt dafür weg?
00:30:24: Habt ihr noch Ergänzungen?
00:30:27: Achtung vor dem Zauber des Anfangs.
00:30:29: Was meinst du damit?
00:30:30: Das
00:30:30: musst du erklären zu
00:30:31: dir was du gerade gesagt hast, wenn man sagt ja immer ganz schnell Ja das mache ich noch schnell und ahja das nehme ich noch mit.
00:30:36: Wir hatten gerade letztens im Team so eine Aufgabe wo eine Person gesagt hat sie macht es noch kurz Es geht ja schnell.
00:30:42: und ich weiß noch, dass ich so ein bisschen interveniert habe und gesagt hab du, es geht am Ende nicht schnell.
00:30:47: Du sagst doch eh schon die Orangene Ampel und so, das mache ich noch.
00:30:51: Und dann am Ende vier Monate später war das Thema immer noch nicht erledigt.
00:30:55: Ich glaube wir arbeiten immer noch daran.
00:30:57: Also dieser Zauber des Anfangs oder dieses mach' ich noch schnell.
00:31:00: Da muss man sich am Ende nichts wundern wenn man da sitzt und sagt, da ist eigentlich gerade ganz schön viel!
00:31:07: Okay, ich dachte erst, dass das jetzt so ein Richard David-Precht-Spruch.
00:31:10: Aber jetzt wo du es erklärt hast finde ich's sehr sinnvoll weil ich das auch von mir kenne.
00:31:15: also ich muss mich immer zwingen weil natürlich neue Dinge sind ja oft einfach viel attraktiver als das was schon läuft.
00:31:23: Dieses Problem hab' ich jeden Tag.
00:31:27: Na zum Glück haben wir beim Podcast trotzdem Ja gesagt!
00:31:35: Ja, vielen Dank euch beiden mal wieder und auch allen natürlich die zugehört haben.
00:31:40: Wir haben euch wieder ein paar Texte in den Schachtnord verlegen hoffentlich nicht so viele.
00:31:45: also unter anderem auch noch einen zum Thema Energiemanagement den wir bei NN geschrieben haben eine über Burnout-Prävention Und wir haben auch mein ganzes Heft Überleistung gemacht die Nummer fünf Zentie uns im Shop und wenn euch die Folge gefallen hat dann teilt sie sehr gern mit anderen die sie auch hören sollten, schickt uns eure Führungsfragen genau wie Tobias es getan hat.
00:32:07: Ja und seit nächstes mal wieder dabei!
00:32:10: Das war Fühlungsqualitäten bis zum nächsten Mal.
00:32:13: Tschüss!
Neuer Kommentar